Mai 2013 | Tschüss, Tollhaus!

In drei Monaten ist es soweit: für zwei Jungs und vier Mädchen endet die Tollhaus-Zeit. Wir wollten wissen, wie es ihnen geht.

 

Nur noch drei Monate Tollhaus...

Zoe:... das kann ich mir nicht vorstellen!

Emilia: Ich war achteinhalb Jahre hier. Konnte am Anfang kaum Laufen...

Hedda: ... und ich noch nicht mal krabbeln. Mein Bruder war ja schon zwei Jahre vor mir Tollhaus-Kind und meine Eltern haben mich zum Bringen und Abholen oft mitgenommen.

Emilia: Weißt Du noch, wie wir uns in der großen Gruppe in die Ecke verdrückt und dort heimlich Süßigkeiten gefuttert haben? Das ist meine allererste Tollhauserinnerung, wie du die Gummibärchen aus deiner Hosentasche gekruschtelt hast, Hedda, und wir überlegt haben, wie wir die Erzieher ablenken. Was macht ihr denn da hinten? Ähhh... wir spielen mit Puppen. Mama, Papa, Kind hast du dann gesagt. Ja, an diesen Satz erinnere ich mich noch genau. Manches weiß ich dagegen nur vom Erzählen. Unser Erzieher Christian sagt immer: du warst die, die die Windeln immer am vollsten hatte...

Hedda: Also das mit den Windeln ist mir voll peinlich! Ich versteh nicht, dass so was für die Erzieher immer noch Thema ist.



Die sind vielleicht auch ein bisschen wehmütig, dass ihr jetzt schon so groß seid.

Zoe: Davon reden sie immer alle. Aber für uns fühlt sich das irgendwie gar nicht so an: dass wir jetzt groß sind.

Johanna: Im Gegenteil. Bald sind wir wieder die Kleinen. Bei dem Gedanken wird einem mulmig zumute.

Zoe: Man freut sich auf das, was kommt. Aber man ist auch traurig. Ich glaub schon, dass mir am letzten Tollhaus-Tag die Tränen kommen werden.

Johanna: Zum Glück kommt mein kleiner Bruder nach dem Sommer in den Hort. Ich kann ihn dann öfter besuchen.

Hedda: Ich hatte so eine schöne Zeit hier. Daran kann ich mich doch immer erinnern. So müsst ihr das sehen. Die Erinnerung verliert man nicht, die hat man bei sich.



Vier Jahre Hort – was werdet ihr nie vergessen?

Alle: Die Freizeiten!

Alle Mädchen: Bis um vier wach bleiben und schon um sechs wieder von den Jungs geweckt werden...

Johanna: ... gefälschte Liebesbriefe schreiben!

Emilia: Im See baden und am Ufer einen toten Fisch entdecken. Nichts wie weg. Später riefen die Jungs: kommt mal rüber. Ahnungslos sind wir hin. Sie hatten die Fischleiche an einem Stock aufgehängt.

Paul: Ich fand am besten, als wir Blinden-Fußball gespielt haben. Manche sind neben dem Spielfeld gelaufen. Kein Wunder: Wir hatten Taucherbrillen auf. Und die waren mit Klopapier ausgestopft.

Hedda: Die Faschings-Feiern waren gut. Einmal war ich Süßigkeitenautomat. Alle haben mir was abgekauft. Mit echtem Geld.

Emilia: Als ich den Arm gebrochen hatte hat mir einer der Jungs beim Händewaschen und Abtrocknen geholfen. Das vergesse ich nie. Wenn’s drauf ankam waren wir füreinander da. Nur anfangs war es schwierig. Es gab Kinder wie mich, die schon als Babys im Tollhaus waren. Und Neulinge, die erst mit der Schulzeit in den Hort gekommen sind. Ich sag nur: Zickenalarm.

Zoe: Aber so um Weihnachten war es vorbei. Ab da waren wir Freunde.

Paul: Ich glaub bei uns Jungs ging das schneller. Aber ob ich der Hortzeit nachtrauere? Sagen wir mal so: weinen werde ich nicht – es sei denn, ich hab gerade Heuschnupfen. Lachend hier raushüpfen werd ich aber auch nicht. Vieles gefällt mir hier. Wie die Erzieher bei den Hausis helfen zum Beispiel, wenn einer Probleme hat. Aber dass man über den Kindercomputer nicht ins Internet kann, das müsste geändert werden!

Zoe: Ich find gut, dass immer frisches Obst dasteht, wenn wir Hausis machen.

Johanna: Blöd ist, dass wir neuerdings immer fragen müssen, ob wir den Schminkkoffer benutzen dürfen.



Naja, zugegeben: eine Zeit lang saht ihr schon wild aus.

Zoe: Aber jetzt doch nicht mehr! Schminken ist eine Frage der Übung. Je öfter man es tut, desto besser wird das Ergebnis.

Johanna: Auch mit dem Alter hat das zu tun. Naja. Klein sind wir halt irgendwie doch nicht mehr.