Juli 2013 | Unsere Biggy.

Hedda und Emilia wollen hier ein bisschen von Biggy erzählen, einer jungen Dame, die dem Hort in den vergangenen Monaten viel Freude bereitet hat. Plus: Fragen an die anderen Hortkinder und einen Erzieher zu Biggy.

Als wir im Keller des Tollhaus’ ein Aquarium entdeckten meinten wir, das sei genau das Richtige für unsere blau-grün gepanzerte griechische Landschildkröte Biggy. Wir durften es haben und von da an badete Biggy in einem weichen, mit bunten Federn eingerichteten Lager. Biggy lächelt immer so freundlich. Wir streicheln sie, wechseln Futter und Wasser, misten den Stall aus. Biggy ist immer dabei wenn wir mit dem Hort Ausflüge machen: in der Wilhelma, wo sie am liebsten auf den Ziegen reitet, im Schwimmbad, wo sie einen Schwimmflügel als kleine Insel benutzt oder auf der Eisbahn, wo sie von der ganzen Rasselbande übers Eis geschoben wird und dazu wie eine Königin lächelt. Vor einiger Zeit war sie auch beim Hort-Vorspiel dabei, sie saß in einem Korb. Sie hatte sich einen schönen Platz auf der Fensterbank erobert und war mit einem roten Tuch abgedeckt.

Es ist eine unzertrennliche Freundschaft zwischen den Hort-Kindern und Biggy entstanden

Die ganze Biggy-Aktion hat aber auch schlechte Seiten, zum Beispiel, wenn Erzieher Christian sie aus dem Fenster schmeißen will, weil sie so laut quietscht oder wenn die Jungs mit ihr Fußball spielen. Doch dann muss man nur zum Kapitän der Jungs gehen, zu Paul, und sagen: Du magst Biggy doch auch, oder? Also stell doch mal die anderen zur Rede. Und genau so war es: ruck-zuck saß Biggy wieder in ihrem Käfig und wurde jetzt auch von den Jungs bewundert. Die Jungs haben dann angefangen, sie zu operieren. Mit Pinzette und Mundschutz und verschiedenen Stäben. Wir Mädchen haben für Biggy eine Wärmelampe eingerichtet, denn sie friert schnell. Darunter haben wir es wie ein Griechenland eingerichtet: Strand, eine Palme und Decken. Oft badet Biggy in ihrer Tränke. Sie hat auch einen Futternapf und viele Geschicklichkeitsspiele. Am allerschönsten findet Biggy aber den Spiegel. Mit der scheinbar zweiten Schildkröte versteht sie sich besonders gut. Damit sie fit bleibt, bekommt sie bunte Murmeln und Tabletten aus der Kaugummimaschine.

Ach so, eines haben wir noch vergessen: Biggy ist eine Plastikschildkröte. Aber sie wird wie ein lebendes Tier behandelt. Von uns Kindern aus dem Hort.

 


 

Was mögt ihr an Biggy?

Emilia: Also, ich find es gut, dass wir das mit Biggy machen. Aber es ist manchmal blöd, wenn man nur was mit Biggy macht und eigentlich was anderes machen will. Es ist auch manchmal nervig, wenn einem die Ideen ausgehen.

Hedda: Also, ich finde das gut. Aber manchmal finde ich das blöd, wenn wir nur was mit Biggy machen. Wenn man nur was mit Biggy macht dann ist das manchmal nicht so gut.

Marlene*: Manchmal ist es doof, wenn man nichts anderes macht, aber sonst ist es immer toll. Es ist nur ganz selten, dass es nervt.

Johannes*: Ich finde Biggy gut, weil sie ein sehr süßes Tier ist. Ich find toll, dass wir sie so oft operieren.

 

Wie kam das eigentlich mit Biggy, Johannes?

Och, das ist eine sehr lange Geschichte.

Erzählst du sie uns?

Oh, nein.

 

Was magst Du an Biggy, Uschi*?

Wir kümmern uns um sie als wäre es eine echte Schildkröte. Wir haben extra ein Terrarium, einen Strand und einen Spiegel, damit sie sich nicht so einsam fühlt. Ein Kind hat mühsam eine Transportbox gekauft. Ich finde es auch toll, wenn Biggy nach einem Gegenstand springt, zum Beispiel nach einer Feder, die in der Luft hängt.

Wie stehst du zu Biggy, Christian?

Och, so lange ihr Freude habt, ist es okay.

Findest du es nicht manchmal nervig?

Nö, bis jetzt eigentlich nicht. Nur wenn eine Plastikschildkröte wichtiger wird als die Hausaufgaben, dann nervt es mich.

* Namen geändert

 

Die Fotos haben Lila und Emilia gemacht!